Canning Stock Route - Australiens anspruchsvollster 4WD Track

Unterwegs auf der Canning Stock Route

Reiseverlauf

J. Dörfel, C. Delkurt, P. Kreyer, S. Regel, K. Erdmann, H. Erdmann, H. Höfler, K. Höfler

Luftansicht auf die Canning Stock Route

Überquerung einer Sanddüne

Camp in der Abendsonne

Canning Stock Route

Konvoi auf der Canning Stock Route

Unterwegs auf der Canning Stock Route

Unterwegs auf der Canning Stock Route

Im Camp

Kurzer Stopp

Idyllisches Camp

Erfahrungsberichte von Reiseteilnehmern
Alleine schon der Name der Route lässt das Herz eines jeden Outbackliebhabers höher schlagen. Die legendäre Strecke von Wiluna nach Halls Creek quer durch Westaustralien zählt zu den anspruchsvollsten 4WD Tracks Australiens. Zu Recht wird die Bezwingung der Canning Stock Route als eines der letzten großen Abenteuer bezeichnet.
Kommen Sie mit uns ins Outback Australiens!

 

Der Track führt durch endlos schöne Wildnisgebiete fernab jeder Zivilisation. Ein unbeschreibliches Gefühl der Weite und Unendlichkeit. Die Farben und Formen der ursprünglichen Landschaften ändern sich fast stündlich. Auf karge Abschnitte folgen Gebiete mit frischgrünem Spinifex-Gras. Immer wieder säumen pittoreske Wüsteneichen die Route. Gleißend weiße Salzseen erinnern an riesige Schneefelder. Die Wells (Brunnen) entlang der Strecke sind nicht nur beeindruckende Zeugen der Vergangenheit, sondern auch willkommene Oasen für Camps. Und natürlich ist da der Sand. Über 900 Dünen verschiedenster Formen und Höhen müssen während der Expedition bezwungen werden – langweilig wird es nie!

 

Aus dem Tagebuch eines Teilnehmers:

Wir nähern uns den ersten Dünen. Die Routine ist folgende: Otto, unser Tour Guide, fährt mit seinem schwer beladenen Geländewagen gemächlich aber stetig als erster rüber, während wir langsam und in angemessenem Abstand heranfahren oder gar alle am Fuße der Sanddüne anhalten. Dann wird der erste über Funk informiert: „Nummer eins, bitte kommen. Die Düne im zweiten Gang fahren, so bei zweieinhalb bis dreitausend Umdrehungen - keeiiiin Problem!“ Was beruhigend klingt muss auch mit großer Gelassenheit umgesetzt werden. Das gelingt kaum jemandem, fast jeder bleibt mal stecken, ich, Sonja und auch manch anderer. Entweder fahren wir im falschen Gang hoch, verschätzen uns beim Anstieg, haben zu wenig Schwung, kommen in irgendwelche mäandrierende Rillen und nibbeln ab.

 

Ein gern gemachter Fehler ist, die Kupplung schleifen zu lassen. Was ich besonders gerne tue, wenn der Motor droht abzuwürgen, nach dem Motto, Kupplung durch treten, Gas geben, dann die Kupplung wieder kommen lassen, in der Hoffnung mit der erhöhten Drehzahl die letzten fehlenden Meter noch zu schaffen. Erstens schafft man es sowieso nicht und zweitens ist es FALSCH, weil die Kupplung heiß wird und abschleift. Man kann es riechen und hier gibt es auf den nächsten 1.000 km keine Reparaturwerkstatt – wohl aber ein paar gestrandete Autos, die nach einem Kupplungsbrand total abgeflammt sind.

 

 Ist der erste drüber ruft Otto den nächsten: „Nummer zwei, bitte kommen“

 

 Und letztlich schaffen es immer alle, denn wir haben ja Otto, der nicht nur ein ausgebuffter Bushie und Off-roader ist, sondern auch Road Trains fahren kann (das sind die Brummis mit über 50 m Länge, einem extrem langen Bremsweg, einem Getriebe mit bis zu 24 Gängen und mehreren hundert PS unter der Motorhaube.) Von ihm bekommen wir gute Tipps, auch wenn einige von uns schon anderswo Off-road gefahren sind.

 

 Unseren  Landcruiser haben wir mit einem Reifendruck von 650 psi erhalten. Auf Schotterstraßen haben wir den Reifendruck auf 30/40psi reduziert und über die Dünen geht es mit 25/35 psi, also auf ziemlich schlappen Latschen.

 

Wir lernen im Laufe der Zeit, dass es durchaus einen Unterschied macht, zu welchem Zeitpunkt am Tage man eine Düne überquert. Je heißer die Luft ist, desto trockener und lockerer ist der Sand. Auch tiefe, unruhige Rillen, durch voraus fahrende Fahrzeuge verursacht, können die eigene Fahrt bremsen. Dann muss man – möglichst eine gerade Spur ziehend – rückwärts den Hang runter, einen neuen Anlauf nehmen und mit Schmackes auf ein Neues!

 

Die Dünen des riesigen Sandmeeres, das wir zwischen den Brunnen 11 bis 49 durchqueren, zeigen im Querschnitt eine steile nördliche Seite und einen sanfter auslaufenden südlichen Abhang. Da wir von Wiluna kommen, haben wir es insgesamt einfacher.

 

 In den ersten Tagen sind wir durch die südwestlichen Ausläufer der Gibson Desert gefahren. Heute haben wir die Little Sandy Desert erreicht. Wenn ich vor der Reise geglaubt habe, das sich auf der ganzen Strecke die Landschaft und die Vegetation nicht ändern würde, staune ich jeden Tag aufs Neue, wie sehr sich das Erscheinungsbild des Landes ändert, wie bunt und abwechslungsreich alles erscheint. Zum einen durchqueren wir verschiedene Vegetationszonen  und zum anderen helfen auch ein paar Regentropfen, um so manche Blume und Pflanze zum Erblühen und eine farbige Frische ins Bild zu bringen.

 

 Und wie verträgt sich das mit den verbrannten Landschaften? Bestens. Australien ist das Land der Brände. Alle einheimischen Pflanzen haben sich an das Feuer angepasst, manche brauchen geradezu das Feuer (man spricht  gar von pyrophilen Pflanzen), damit ihre Samenkapseln durch die Hitze (nach einem Feuer) aufspringen und ihren Inhalt in die fruchtbare Asche schleudern. Wenn es dann noch regnet ist der Fortbestand gesichert.

 

Ein weitere Teilnehmer schreibt:

Australien: „Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen“, das sagte Johann Wolfgang von Goethe

 

 Nun, was hat das mit uns zu tun? Wir – das sind Peter und ich – lieben Herausforderungen. Egal ob im Beruf, im Privaten oder bei unseren Reisen. Wie schon bei dem berühmten Dichter ist auch bei uns immer der Weg das Ziel. Auf der Suche nach einer außergewöhnlichen, nicht alltäglichen Reise haben wir Otto Tours entdeckt. Im Prospekt wird ein unvergessliches Abenteuer versprochen! Mit dem Geländewagen auf der Canning Stock Route durch Westaustralien. Was für ein Erlebnis wird das wohl sein?

 

 Na ja dachten wir, das wird so schwer nicht sein. Vor zwei Jahren sind wir schon auf der Gibb River Road gefahren. Das war, entgegen aller Beschreibungen, wirklich nicht allzu herausfordernd. Peter hat damals extra einen halben Tag einen Kurs gemacht: Wie befahre ich eine Gravel–(Schotter-) Straße. Der Kurs, bis auf die Tipps zur Überquerung von Dünen, war glatt umsonst.

 

Die Schilderungen über die Canning Stock Route reichten von der „schwierigsten und anstrengendsten“  Off-road–Tour weltweit, auch wegen der Länge, bis hin zu der „einsamsten Straße der Welt“.  Außerdem soll sie auch „The last Frontier“ für Allrad–Fans sein. Als Bergfreunde imponierte uns auch der Name „Eiger – Nordwand“ für Allrad–Begeisterte. Ein weiteres Highlight versprach die Durchquerung der Wüsten „West Gibson Desert“, „Little Sandy Desert“ und „Great Sandy Desert“ sowie ein Stückchen der „Tanami  Desert“.

 

 Unter den sogenannten Wells konnten wir uns zunächst nicht besonders viel vorstellen. Sicher, es sollen Brunnen, Wasserlöcher oder so etwas Ähnliches sein, die für Viehtriebe gebraucht wurden. Wegen Wasserlöchern würden wir jedenfalls nicht für ungefähr 18 Tage in den Busch gehen.

 

Ein Blick in die Historie der Canning Stock Route verspricht: Die Fahrt ist noch immer mit einem großen Abenteuer verbunden. Mehr als 900 Sanddünen sind zu überwinden, historische Plätze aus der Besiedelung der Aborigines können besucht werden. Zum Beispiel können originale Felsmalereien angesehen werden, die über 40.000 Jahre alt sind. An nächtlichen Lagerfeuern werden Geschichten erzählt.

 

Dass auf der Strecke eine großartige Fauna und Flora mit einzigartigem Reiz zu bestaunen sein soll, war zuerst nicht zu glauben. Wir dachten dabei wieder an Goethe, der sagte, „Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen“.

 

 Und jetzt die Beschreibung der Canning Stock Route im Prospekt:

 

Eine phantastische Fahrt durch Wüste, Sand und Berge; von Wiluna nach Halls Creek, durch ein Gelände, das ein wenig das fahrtechnische Können eines jeden Geländewagenfahrers herausfordert.

 

 „Wieder mehr scheinen, als sein“, dachten wir. Schon Cato dem Älteren, der 234 – 149 v. Chr. im Römischen Reich lebte, wird dieses Wort zugesprochen. Wie in jedem Reiseprospekt wird, wohl schon seit Jahrhunderten übertrieben, heute um Geschäfte zu machen bzw. seine Reisen zu verkaufen. Die weitere Reiserecherche ließ uns immer neugieriger werden. Sie bestätigte auch die Darstellungen bei Otto Tours. Wir haben uns kundig gemacht, wer wohl dieser Otto denn ist. Überall hieß es, Otto ist der Beste, der Insider, der seine Tour wie seine Westentasche kennt. Uns war mit all dem zwar noch theoretischen Wissen klar, wir machen die Tour nur mit ihm.

 

 Einzigartig war die Reise mit Otto als Guide. Das Können und Vermögen der Geländewagenfahrer wurde gefordert. Die Fahrt war mit Schwierigkeiten gespickt, kein Vergleich zur Gibb River Road. Otto ist nicht nur ein guter Lehrer im Fach Geländewagen fahren. Er hat auch sicher im Busch geführt und bestens geleitet. Mit Kompetenz und mit Leib und Seele hat er uns gelehrt, was es bedeutet ein Teil der australischen Natur zu sein. Etwas Besonderes war das allmorgendliche „Antreten“ zur wichtigen Fahrerbesprechung, die immer mit einem Zitat von Goethe endete.

 

Die Abenteuertour auf der Canning Stock Route war für Peter und mich unübertroffen, wenn auch sehr anstrengend. Wir haben unsere Grenzen gespürt, psychisch wie physisch.  Ich denke, Goethe würde dazu sagen: „Es bleibt einem jedem immer soviel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist“.

 

© Elftraut Reißig, Laupheim, 16.12.2011

 

Alle Details zur Canning Stock Route Reise mit Otto Tours finden Sie auf unserer Homepage und auch in unserem Australien Katalog.

 

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