
Vor dem Stadion in Kapstadt

Unterwegs im Bo-Kaap-Viertel

Kurze Pause mit Blick auf den Tafelberg

Fahrt durch die Waterfront

Auf dem Green Market Square

An der St. George´s Cathedral

Ricarda Jeromin
Und so entschloss ich mich, den roten Doppeldecker Sightseeing Bus gegen eine Fahrradtour einzutauschen. Auf diesem Weg wehte mir wenigstens die frische Meeresbrise entgegen und ich konnte den warmen Sonnenschein genießen. Ich wollte meine Umgebung nicht nur sehen sondern auch wirklich fühlen.
Es war ein schöner, sonniger Tag, aber in der Ferne zogen schon die ersten großen, grauen Wolken auf. Das der Regen mir folgt, egal wohin ich auch fliege, bin ich mittlerweile schon gewohnt. Ich hoffte allerdings, dass der Wettergott wenigstens heute ein Nachsehen mit mir hat. Hatte er nicht, wie sich später herausstellen sollte.
Nachmittags machte ich mich auf den Weg zum Cape Grace Hotel, welches an der vibrierenden Victoria & Alfred Waterfront liegt. Hier ist der Startpunkt der Sunset Tour, die unser Partner, einer der führenden Anbieter aktiv-umweltfreundlicher Ausflüge in Afrika täglich anbietet. Sein Motto lautet “Kohlenhydrate, nicht Kohlenstoff verbrennen”.Und wenn wir mal ehrlich sind, bei den vielen leckeren südafrikanischen Köstlichkeiten, die ich in den letzten zwei Wochen genossen hatte, tat mir ein bisschen Bewegung auch mal gut.
Am Hotel traf ich auf meine beiden Guides und zwei weitere Teilnehmer. Gustav erklärte mir, dass immer zwei Guides eine Tour begleiten. Ein Guide erzählt und der andere Guide macht viele Fotos, damit sich die Teilnehmer voll und ganz auf die Tour konzentrieren können. Wir bekamen die Fahrräder, Helme und schicke gelbe Warndreiecke, die wir uns um den Rücken binden sollten. Sehr stylisch! So hätte auch kein Autofahrer behaupten können, er hätte mich übersehen.
Wir verließen das historische Viktoria & Alfred Hafenviertel und fuhren entlang der Beach Road in Richtung Moullie Point. Den Atlantischen Ozean fest im Blick radelten wir die Strandstraße entlang. Nachdem wir den ältesten, noch funktionierenden Leuchtturm des Landes entdeckt hatten, durchquerten wir den schönen Green Point Park und machten Halt am beeindruckenden Green Point Fußballstadion. Die WM in Südafrika war gerade ein halbes Jahr vorbei und so konnte ich mir noch gut vorstellen, wie hier die Menschen gemeinsam gefeiert haben. Als wir weiterfuhren fing es leider etwas an zu regnen. Wie sollte es auch anders sein. Das machte aber gar nichts, da wir von den vielen Infos, die unsere Guides uns mitteilte, ganz gefesselt und fasziniert waren. So vergaßen wir sogar den Regen. Freunde werden der Wettergott und ich sicherlich auch nicht mehr! Wir erkundeten die Straßen des neuen, trendigen Viertels De Waterkant und als der Abend über die Stadt einbrach, besichtigten wir den kultigen Green Market Square. Die Stimmung auf dem Green Market Square war verführerisch. Es lockte der Klang südafrikanischer Trommeln. Die Menschen wogen sich in den Hüften und klatschten im Takt. Die Tänzer, barfüßig, rissen vom Rhythmus gezogen ein Loch in die Menge - Menschen aller Hautfarben. Der Platz war übersät von hölzernen Giraffen, Puppen, bunten Ketten, Steinen und Masken der Souvenirverkäufer. An den Verkaufsständen hingen bunte Leinen und Tücher.
Weiter ging es durch die historischen Company Gardens, das Zuhause des Parlamentes, der Nationalen Galerie und dem Südafrika Museum. Als wir durch die Long Street, die beliebte Partymeile Kapstadts fuhren, machten wir spontan Halt in einem kleinen Cafe in einem Hinterhof. Hier genossen wir einen heißen Kakao mit Marshmallows und wärmten uns wieder auf. Und siehe da, als wir uns wieder aufs Rad geschwungen haben kam auch die Sonne wieder raus!
Eine meiner Lieblingsgegenden in Kapstadt erkundeten wir zum Schluss - das Herz der malerischen und farbenfrohen Cape Malaien Gemeinschaft, auch bekannt als Bo-Kaap Viertel. Unser Guide erklärte, dass entgegen dem Namen aber nur die wenigsten Bewohner aus Malaysia kamen, die meisten sind Inder und Ceylonesen, viele auch Indonesier. Malaiisch war zu dieser Zeit die Handelssprache in Südasien, ist. Viele waren geschickte Handwerker, die sich kleine Häuser bauten und dabei auf Bauelemente des kapholländischen und englischen Stils zurückgriffen. Der Geruch von malaiischem Curry aus den kleinen bunten Häuschen war verführerisch und am liebsten wäre ich dort gleich zum Essen eingekehrt.
Als die Sonne hinter dem Tafelberg verschwand, radelten wir gemütlich und mit vielen neuen Eindrücken Richtung Cape Grace Hotel zurück an die Waterfront.
Glücklich und zufrieden setzten wir uns auf die Terrasse der Bascule Bar und genossen als krönenden Abschluss einer aufregenden Fahrradtour ein Glas Sekt und Canapes.
Urban, umweltfreundlich und sportlich: diese 3-stündige Fahrradtour mit maximal 14 Teilnehmern ist eine tolle Art, Kapstadt und seine Attraktionen zu entdecken. Bringen Sie Neugier und Appetit mit und lernen Sie die Stadt hautnah kennen.
Weitere Informationen zu dieser Tour finden Sie hier.
Ricarda Jeromin, Horizont Fernreisen in Bochum